Meine Arbeit entsteht aus Situationen, Bildern und Spannungen, die nicht vollständig erklärt oder aufgelöst werden.
Mich interessieren Momente, in denen etwas zu kippen beginnt:
wenn Vertrautes instabil wird, Figuren widersprüchlich bleiben und Situationen gleichzeitig nah und irritierend wirken.
Ich versuche beim Schreiben eine intensive Nähe zu erzeugen, ohne Handlung, Gefühle oder Situationen vollständig zu erklären.
Spannung entsteht für mich nicht nur durch Handlung, sondern durch Unsicherheit, Nähe und die Wahrnehmung eines Zustands.
Viele Arbeiten beginnen nicht mit einer vollständigen Geschichte, sondern mit einer Szene, einem Bild oder einer bestimmten Spannung.
Ich interessiere mich für Figuren, die nicht vollständig lesbar sind — auch für mich als Autor nicht.
Menschen handeln oft widersprüchlich, deuten ihre eigenen Motive unterschiedlich und können moralisch nicht immer eindeutig eingeordnet werden.
Diese Offenheit verstehe ich nicht als künstliche Leerstelle, sondern als Teil realistischer Wahrnehmung.
Der Leser ist dabei nicht nur Beobachter, sondern Teil der Erfahrung und Interpretation.
Einige Projekte entwickeln sich über längere Zeiträume, andere bleiben fragmentarisch oder eigenständig.
Form und Struktur entstehen oft erst während der Arbeit.
Neben literarischen Texten arbeite ich auch mit Bildern und anderen fragmentarischen Formen zwischen Wahrnehmung, Dokumentation und Fiktion.

Kurz & sachlich
Name: Günter Schaden
Arbeitet an: literarischen, analytischen und visuellen Projekten
Schreibt: Romane, Kurzprosa, Miniaturen, visuelle Arbeiten