Journal

  • Echos: Schreiben im Zwischenraum

    Es gibt Tage, an denen ich nicht an einer Szene schreibe.Nicht an Handlung, Konflikt oder Struktur.Sondern an einem Echo. Echos sind reine Beobachtungen. Sie erzählen nichts, sie erklären nichts. Sie greifen die Stimmung eines Moments auf, die Temperatur eines Gedankens, die Schwere eines Atemzugs. Sie verdichten den Roman, ohne ihn weiterzudrehen. Während ich an Band…

  • Zwischen Präzision und Chaos: Wie zwei Schreibwelten gleichzeitig existieren können

    Gerade arbeite ich an zwei völlig unterschiedlichen Schreibprozessen, und manchmal fühle ich mich dabei wie jemand, der gleichzeitig ein Uhrwerk repariert und ein Lagerfeuer entfacht. Auf der einen Seite sitze ich am Miniaturenband:Texte kuratieren, feilen, erweitern, verkürzen, rhythmisieren.Jeder Satz wird gewogen, jede Nuance überlegt.Es ist Arbeit mit Pinzette und Lupe – präzise, konzentriert, fast meditativ.Ein…

  • Warum ich Darknet-Alpträume als Echtzeit-Thriller geschrieben habe

    Tempo & Atmosphäre Vor kurzem schrieb eine Leserin, Darknet-Alpträume sei „ein hochkonzentrierter Einblick in einen einzigen, entscheidenden Tag“ mit einer „fast filmischen Echtzeit-Atmosphäre“.Das trifft ziemlich genau, worum es mir beim Schreiben ging:eine Geschichte, die nicht in Kapiteln denkt, sondern in Atemzügen.Ein Thriller, der den Leser nicht begleitet wie eine Kamera, sondern wie ein Puls.Nicht wegblenden,…

  • Schattenlicht-Echo: Die Nächte, in denen wir uns selbst hören

    „Es gibt Nächte,da hört mansein eigenes Herzwie einen fremden Schritthinter sich.“— Schattenlicht-Echo Es gibt Nächte, die sich anders anfühlen als die übrigen.Nicht wegen eines Geräuschs von draußen – sondern wegen eines, das aus einer Richtung kommt, mit der man nicht rechnet: aus dem eigenen Inneren. Diese kurzen Wahrnehmungsmomente faszinieren mich schon lange.Sie sind weder laut…

  • Wie viel Licht braucht Orientierung?

    Eine Notiz über Klang, Dämmerung und das Schreiben zwischen zwei Projekten. Ich wollte wissen, wie still ein Wald wirklich ist, bevor der Tag beginnt.Wie weit Geräusche tragen, wenn vollkommene Stille herrscht.Wie früh das Auge merkt, dass Licht kommt – noch bevor die Sonne sichtbar wird. Mit jedem Schritt verschiebt sich die Grenze zwischen Dunkel und…

  • Nachklang zur Leserunde – Becca hat noch viel zu erzählen

    Ein Monat gemeinsames Lesen, Diskussionen, Fragen und Antworten. Danke für eure Zeit, eure Gedanken – und dafür, dass ihr Leser:innen euch auf Becca eingelassen habt. Leserunden sind kleine Labore.Man sieht, was gemeinsam ist, aber auch wie Texte unterschiedlich wirken – und wo sie überfordern. Solche Rückmeldungen sind ein Spiegel für mich, machen mir Unbewusstes klar…

  • Wie eine Karte entsteht

    Bevor Worte ihren Platz finden, muss ich wissen, wohin sie gehen können.Manchmal beginnt das Schreiben nicht mit einem Satz, sondern mit einer Linie. Für das neue Manuskript zeichne ich gerade eine Landschaft, drei Kilometer auf drei.Zuerst nur Raster, Wasserläufe, Straßen – später Häuser, Schatten, Geräusche.Alles wächst schrittweise, Schicht für Schicht, bis die Karte atmet. Diese…

  • Wie sich mein Erzählkonzept erst im Gespräch mit den Leser:innen gefunden hat

    Wenn man ein Buch veröffentlicht, glaubt man zu wissen, was man erzählt hat.Und dann kommen die Leser:innen – und halten einem einen Spiegel hin, der mehr zeigt, als man selbst gesehen hat. In der LovelyBooks-Leserunde zu Darknet-Alpträume schrieben einige, das Buch ende „mitten im Geschehen“.Andere fanden genau das spannend, weil sie Becca noch nicht losließ.Durch…

  • Wenn ein Einsatz kein Ende kennt – Leserfragen zu „Darknet-Alpträume“

    In der LovelyBooks-Leserunde kam immer wieder eine Frage auf: Warum endet Darknet-Alpträume so offen?Zwei Beiträge haben das besonders deutlich gemacht – und boten mir Gelegenheit, über die Struktur der Serie zu sprechen. Casaplanca schrieb:„Becca tat mir zum Schluss furchtbar leid … Mir fehlt hier wirklich ein Abschluss, wenigstens zu diesem Einsatz.“ Dieser Tag endet ohne…

  • Zwischen Fokus und Verstehen

    In der Leserunde wurde über Tempo gesprochen – über Szenen, in denen Becca kaum noch denkt, nur reagiert. Beim Schreiben war das eine der schwierigsten Linien: zu zeigen, wie sie funktioniert, ohne den Leser zu verlieren. Für sie zählt in diesen Momenten nur das Jetzt, alles andere verblasst. Ich frage mich manchmal, ob das nicht…